König-Antons-Silber-Schmelz-Hütte

 

 

Die jüngste Ansiedlung im Schwarzwassertal zwischen Schwarzenberg und Johanngeorgenstadt ist die Gemeinde Antonsthal (seit 1998 Ortsteil von Breitenbrunn).

Den Anlaß der Ortsgründung gab die 1831 in Betrieb genommene ANTONSHÜTTE.

Seit der Gründung der "Generalschmelzadministration" (1710) mußten die im oberen Erzgebirge abgebauten geringhaltigen Erze mit großem Aufwand zur Weiterverarbeitung nach Freiberg gebracht werden. Um diese Transportkosten zu sparen und damit den Bergbau rentabler zu machen, initiierte Oberberghauptmann Freiherr von Herder (1776 - 1838) den Bau einer Schmelzhütte im westlichen Erzgebirge. Als Standort wurde 1825 die Mündung des Halsbachs in das Schwarzwasser zwischen Erlahammer und Breitenhof gewählt.

Die "Königl.-Sächs.-Antons- Silber-Schmelz-Hütte" - benannt nach dem damaligen Sachsen-König Anton (1827 - 1836) - bestand aus drei Hauptgebäuden: dem Huthaus, dem Erz- und dem Schmelzhaus. Die Ausstattung der Hütte war großzügig und auf dem neuesten technologischen Stand. Für die Luftversorgung der Schmelzöfen konstruierte der "Sächsische Maschinendirektor" Friedrich Christian Brendel (1776 - 1861) ein Zylindergebläse, das als "Schwarzenberggebläse" in die Technikgeschichte einging und seit 1926 auf der "Alten Elisabeth" in Freiberg zu besichtigen ist. Um ausreichend Aufschlagwasser für den Gebläsebetrieb zu sichern, wurde ein ca. 3,5 Kilometer langer Kunstgraben angelegt.

Zur Einweihung der ANTONSHÜTTE am 4. Juli 1831 gab Oberberghauptmann von Herder den ersten Trog zur Beschickung der Öfen auf. Dabei äußerte er die Hoffnung, daß durch diese Hütte "das Wohl der obergebirgischen Bewohner... auf Jahrhunderte hinaus gesichert" sei.

Diese hohen Erwartungen erfüllten sich jedoch nicht. Das Oberbergamt klagte schon 1833: "Die Menge der Erze, die zur Antonshütte geliefert werden, reicht nicht aus, die Hütte genügend zu beschäftigen." Auch die Umstellung auf Amalgamation konnte den Betrieb nicht beleben.

1843 genehmigte das Finanzministerium die vorübergehende Einstellung der Arbeit.

1855 machte der Schwarzenberger Forstmeister Curtius auf schwere Waldschädigungen aufmerksam, deren Ursache die giftigen Hüttendämpfe waren.

Am 5. September 1857 teilte das Finanzministerium dem Oberbergamt mit, daß es aufgrund der beträchtlichen Rauchschäden und nur geringen Erzlieferungen beschlossen habe, den Betrieb der Hütte einstweilig zu "sistieren".

Im Mai 1858 wurde die Hüttenbetrieb endgültig aufgegeben.

1865 kaufte der Papierfabrikant Weidenmüller die Anlagen der  ANTONSHÜTTE samt Wasserkraft. Aus der Holzschleiferei, die von 1867 bis 1884  getrockneten Holzschliff an andere Betriebe lieferte, entwickelte sich in den Folgejahren eine Papierfabrik mit drei Maschinen und entsprechenden Aufbereitungsanlagen.

Nach dem "Volksentscheid über die entschädigungslose Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher" wurde der Betrieb 1946 Volkseigentum und in den 1970er Jahren in das Kombinat Vereinigte Papier- und Kartonfabriken Niederschlema eingegliedert.

1990 wurde dieses Kombinat als Dresden Papier AG privatisiert - die den Standort Antonsthal 1994 aufgab und den überwiegenden Teil der Betriebsanlagen abriß.

 

Von der 1972 unter Denkmalschutz gestellten ANTONSHÜTTE ist heute nur noch das Herren- oder Huthaus mit einem angebauten Treppenhaus erhalten.